Am 14. April 2002 habe ich beim 2. RheinEnergie Bonn-Marathon (die Internetpräsenz ist nicht besonders gut) teilgenommen und es hat mir sehr gut dort gefallen. Daher hier ein "kleiner" Erlebnisbericht, der ursprünglich als E-Mail geschrieben wurde.
Update: Aktuelle Informationen zum 3. RheinEnergie Bonn-Marathon 2003.
Die Internetseiten des Bonn-Marathons sind "ausreichend". Online-Anmeldung nicht möglich. Kein Forum, aber Newsletter. Anmeldeformular nur als Word-Datei. Aber immerhin haben sie mir dann die Anmeldung in Papierform sehr schnell per Post geschickt. Update: Mittlerweile gibt es die Anmeldung auch als PDF-Datei. Die Meldebestätigung kam rechtzeitig an.
Perfektes Timing. :) Hatte unterwegs in Koblenz einen M65 aus der Nähe von Frankfurt getroffen, der schnell noch sein Auto nehmen musste, da der Zug erheblich Verspätung und er den Anschluss in FFM sonst nicht bekommen hätte. Der M65 (Herbert Gulla) wollte etwas schneller als 3:30:00 laufen, sonst hätten wir vielleicht den Marathon gemeinsam durchstanden. Anmerkung: er ist in 03:24:21 (Netto) ins Ziel gekommen und damit AK 2. geworden. Nicht schlecht, oder?
Am Bahnhof konnten wir zunächst keine Schilder (und auch keine Läufer) entdecken. Aber dann waren doch einige Skater unterwegs und wir fanden die Startnummernausgabe. Dies war ein kleiner Container, aber die Schlange davor war zum Glück nicht besonders lang. Keine Ahnung, ob's bei Regen ein Problem gegeben hätte, aber wahrscheinlich nicht.
Die Marathontüte war sinnvoll gefüllt: Powerbar Hydro Plus Pulver, Gutschein für die After-Run-Party (den hatte ich übersehen) und Pfefferminz-Menthol-Bonbons (ob die jeder bekommen hat, oder nur ich aufgrund meines Knoblauchgestanks?). Ein/e Programmheft/-zeitung lag auch aus, aber mein Name stand nicht drin.
Durch die Zelte mit den Kleiderbeuteln gingen wir ins Victoriabad. Der Kleiderbeutel war für "Zugereisten" etwas klein, aber wir haben ihn ohnehin nicht abgegeben, sondern im Victoriabad in einem Schließfach deponiert.
Es war saukalt. Ca. 6 °C. Aber ich bin trotzdem kurz/kurz gelaufen. Allerdings mit Mütze und Laufhandschuhe. Deshalb habe ich mich auch noch bis nach 9:30 Uhr im aufgeheizten Victoriabad aufgehalten und habe mich dann warmgelaufen. Dabei habe ich auch den After-Run-Verpflegungsstand entdeckt :), aber noch nichts genommen.
Die Startblöcke (zumindest meiner ganz vorne) waren großzügig bemessen und der Zugang kontrolliert. Ich habe mich dann ganz nach hinten gestellt (eigentlich wäre ich lieber noch weiter hinten starten, da ich ja langsam laufen wollte. Warum fragen die eigentlich nie nach der angestrebten Zeit?) Es lief gute Musik und die Stimmung im Startbereich war gut.
Countdown von 10 und nach 40 Sekunden war ich über der Ziellinie. Der Bonn-Marathon beginnt. Hatte es ja nicht so eilig und wollte während des Laufs nicht von allen überholt werden müssen. Ich hatte ja vor mit einem 5 Min/km-Schnitt zu laufen, wusste aber nicht so recht, wie schnell bzw. langsam das eigentlich ist. Hat dann aber doch ziemlich gut geklappt, da ich mich ja an den Mitläufern orientieren konnte.
Nach 3 Km die erste große Überraschung: einige/etliche Läufer am Straßenrand, die dort urinieren. Nach 15 Minuten! Hat mich echt überrascht. Warum gehen die nicht vorher auf die Toilette? Okay, ich weiß nicht, wie viele Toiletten es im Startbereich gab. Ich habe keine gesehen und musste auch nicht, da ich im Victoriabad war (Wartezeit war erträglich und ich wollte ohnehin nicht in die Kälte).
Okay, ich war auch nicht optimal vorbereitet, da ich von Anfang an Hunger hatte. :) Fünf Uhr Aufstehen, 5:55 Uhr zur S-Bahn, da lagen dann doch über vier Stunden zwischen Frühstück und Start. Aber du hattest ja von den Verpflegungsständen geschwärmt und ich habe einige halbe und ganzen Bananen zu mir genommen. :)
Die Verpflegungsstände waren klasse. Sie waren gut beschriftet und ziemlich lange, sodass ich z. B. im Laufen Wasser trinken, Banane nehmen und noch einmal Wasser nehmen konnte. Es gab auch Tee, Cola und Sportgetränke. Schade, dass es während od. wenigstens nach dem Lauf keinen warmen Tee gab. Störend fand ich, dass es Plastik- und keine Pappbecher waren, dass man sie nicht an jedem Stand in die Hand bekam, was doch eher zu Stauungen führt. An anderen Läufern stört mich, dass sie sich einen Becher greifen und dann abrupt sehen bleiben während ich ja gerne weiterlaufen würde. Eigentlich sollten Verpflegungsstände 200 m im Voraus angekündigt sein, ich kann mich aber nicht erinnern, ob das so war. Ich hatte aber auch so keine Probleme etwas zu trinken/ essen zu bekommen.
Die Kritikpunkte sind ja auch alles nur Kleinigkeiten. Ich war mit dem Lauf wirklich sehr zufrieden: Tolles Publikum (fast) auf der ganzen Strecke, Musik, Stimmung. War wirklich schön. Auch architektonisch hat Bonn einiges zu bieten.
Bei Km 20 od. oder HM war die erste Zeitmessung, die sich aber leider nicht im Internet findet. Ich hatte vor, bis KM 30 eine Minute "einzusparen", damit ich ab da mit genau 5 Min/Km laufen konnte (ich bin ein fauler Rechner). Aber gegen Ende lief ich dann doch etwas schneller. Ob es Toiletten auf der Strecke gab, weiß ich nicht und zum Glück musste ich weder groß noch klein. Auch sonst wären mir keine Probleme oder Unschönheiten aufgefallen.
Bei Kilometer 30 wollte es zu regnen anfangen, aber ich habe mich beschwert und so blieb es den ganzen Tag trocken. :)
Die Strecke ist auch für Zuschauer attraktiv, da durch die Schleifen (an den Brücken) die Läufer sehr oft zu sehen waren. Als Inline-Skater würde ich aber in Bonn nicht starten wollen, da es doch viele Kurven und einige (gut ausgeschilderte) Gefahrenpunkte gab.
Nach 3:29:57 Brutto (das nenne ich mal ein gutes Timing ;-) war ich im Ziel. Ich habe mir die Zieleinlaufs-Videostreams im Internet angeschaut, aber die Qualität ist so schlecht, dass ich nichts erkennen kann.
Herbert hat im Ziel auf mich gewartet (ich hatte meine Tüte in seinem Schließfach) und wir machten uns auf, die Zielverpflegung zu finden. Dabei haben wir aber den "Express-Ausgang" benutzt und wurden nicht wieder zurück in den Zielbereich gelassen. Die Ordner waren da sehr strikt, aber wir sind dann nach einigem durch Tiefgaragen-laufen und Treppen hoch und runter doch wieder in den Zielbereich gelangt.
Gut fand' ich noch, dass es im Ziel auch eine "Wärmhaltefolie" gab. Die war sogar (argh, jetzt fällt mir das Wort nicht ein: wie heißen die "Umhänge", die in Mexico üblich sind (Anm. Poncho) hemdförmig geschnitten.
Die Medaille gefällt mir nicht besonders (kleine rundes schwarzes Teil mit grünem Läufer und weißem M), aber ich bin ohnehin kein Medaillen- freak.
An den zahlreichen Verpflegungsständen gab es alles, was das Herz begehrte: "Berliner" mit Marmeladenfüllung, "Studentenfutter", Bananen, Cola, Wasser, Tee (kalt) und schien sogar kurzfristig die Sonne. Wäre echt eine Schande gewesen, wenn wir das verpasst hätten.
Dann haben wir auf der Suche nach dem Victoriabad wohl wieder aus Versehen den Express-Ausgang benutzt (die Beschilderung war z. T. wirklich irreführend und in der Stadt gingen manche Schilder geradeaus, die eigentlich nach rechts zeigen sollten) aber auch ins Bad kamen wir wieder irgendwie.
Dort konnte man sich massieren lassen, ich wollte aber nicht warten. Die Duschen waren schön warm und man musste nicht warten.
Fast hätten wir die After-Run-Party (gibt's die auch auf deutsch?) verpasst (Beschilderung war falsch/verwirrend -- oder wir waren es).
Man brauchte den Gutschein aus der Tüte, kam aber als Läufer auch so rein. Wer denkt schon, dass der kleine schwarze Zettel keine Werbung ist. Für Nicht-Läufer kostete der Eintritt ins "After-Run-Zelt" ca. EUR 7.
Es gab eine lange Schlange vor der Spätzle mit Geschnetzeltem-Ausgabe. Ich konnte nichts Vegetarisches entdecken (ein Tischgenosse meinte, es gab wohl Pilzsoße, aber die wäre aus) aber ich hatte ohnehin keinen großen Hunger.
Mir wäre es lieber, wenn die After-Run-Party optional wäre und ich nicht über die Startgebühr EUR 7 für etwas zahlen müsste, das ich dann gar nicht in Anspruch nehme/nehmen kann.
Herbert ist dann gleich zum Bahnhof, aber ich wollte mir noch etwas Bonn anschauen (da ich sonst ohnehin nur in Frankfurt vor meinem PC gesessen wäre und eine laaaange E-Mail geschrieben hätte ;-)) und war noch eine Falafel essen.
Der Hauptbahnhof und insb. die Bahnhofstoilette (gibt's denn keine anderen öffentlichen Toiletten in Bonn?) sind absolut *nicht zu empfehlen*, da hier die Alkis/Junkies rumhängen (Szene Bahnhofstoilette: "Hat jemand ein Messer?", "He mach, ich hab' Turkey", "Ich hab' auch Turkey, Mann"). Hoffentlich werden die Drogenprojekte (Aufklärung, Druckräume, Heroinausgabe) in Frankfurt, Hamburg, Bonn(?) bald richtig begonnen und scheitern nicht an einem Regierungswechsel. Rückfahrt problemlos. Deine E-Mail gelesen. Ergebnis von championchip.de abgerufen und früh ins Bett.
Der Bonn-Marathon war schön. Die Lokalitäten vor/nach dem Lauf könnten noch etwas besser ausgeschildert sein. Pappbecher und warmer Tee wären ein Plus. 6 EUR Pfand für ChampionChip sind Wucher (gut, dass ich einen eigenen habe).
Ich werde nächstes Jahr vermutlich nicht in Bonn laufen. Hey, wie wär's mit H*mb*rg. ;-)
26. Juli 2002
Martin Schrode <webmaster @ schrode . net>
http://www.schrode.net/marathon/bonn-marathon.html