Erfahrungsbericht Hochstift Marathon Fulda

[9. Hochstift Marathon und Halbmarathon in Fulda]Am Sonntag, 1. September 2002 findet um 9 Uhr der 9. Hochstift Marathon in Fulda statt. Auf der Hochstift Marathon Fulda-Homepage steht ein Online-Anmeldeformular bereit. Anmeldeschluss laut Ausschreibung ist der 27. August.

Die Zeitmessung findet ohne ChampionChip statt, dafür beträgt das Marathon-Startgeld aber auch nur EUR 13. Da man die Startunterlagen auch noch am Sonntag von 6.00 bis 7.30 Uhr im Stadion abholen kann, werde ich von der Übernachtungsmöglichkeit im Massenlage (info@fulda-marathon.de) wohl keinen Gebrauch machen.

Update: Entgegen der Ausschreibung Fulda-Marathon 2002 kann man sich am Sonntag von 7.00 bis 8.30 Uhr anmelden. Leider fahren am Sonntagmorgen noch keine Linienbusse vom Bahnhof zum Stadion, aber das sind ja nur knapp 2,5 km.

Die Marathonstrecke ist ein Rundkurs von zweimal 21,1 km und relativ flach. Die höchste Erhebung bei km 9 hat 30 m Höhenunterschied. [Streckenprofil Fulda-Marathon] Vorgenommen habe ich mir eine Zeit von ca. 4:30 Min/km, also knapp unter 3:10:00. Ich möchte den Fulda-Marathon als Vorbereitung für den Schwäbische Alb-Marathon laufen, der dieses Jahr am Samstag, 19. Oktober stattfindet.

Wie es mir gefallen hat, erfahren Sie nach dem Lauf. Ich freue mich jedenfalls schon auf diesen Lauf und das Hochstift Marathon-Bierglas mit Erstfüllung, das jeder Finisher erhält. :)

Testbericht

Am gestrigen Sonntag, 1. September 2002 lief ich in Fulda den Marathon in 03:28:10 und belegte damit Platz 72. Eigentlich hatte ich mir eine Zeit von 03:10:00, also 4 Min 30/km vorgenommen, aber meine Kräfte verließen mich auf der zweiten Runde. Doch der Reihe nach.

Die Anreise nach Fulda verlief problemlos und um ca. 7:50 Uhr kam ich mit der Bahn in Fulda an. Zusammen mit zwei weiteren Läufern nahm ich ein Taxi zum ca. 2,5 km entfernten Stadion. Meine Startunterlagen bekam ich ohne warten zu müssen. In der Marathontüte befanden sich neben der Startnummer, vier Sicherheitsnadeln und Schwamm auch eine 250(!) ml Flasche Shampoo und ein Compeed Blasenpflaster, das ich zum Glück nicht benötigte.

Die Umkleiden im Stadion lagen direkt gegenüber der Startnummernausgabe. Im Stadion konnte ich mich warmlaufen und die Kuchentheke bewundern. Der Start war etwas außerhalb des Stadions. Pünktlich um 9 Uhr fiel der Startschuss und über eintausend Läuferinnen und Läufer setzten sich in Bewegung.

Die Hauptveranstaltung in Fulda ist übrigens nicht der Marathon sondern der Halbmarathon. Als Besonderheit gibt es noch einen Team-Halbmarathon (startet 30 Minuten später) und Walker auf der Halbmarathonstrecke. Die Marathonläufer müssen die Strecke zweimal durchlaufen.

Auf den ersten Kilometern war es noch recht eng und man musste aufpassen, wo man hintrat. Nach ein bis zwei Kilometern konnte man aber frei laufen. Jeder Kilometer war markiert. Getränke (Wasser, Iso) gab es alle drei Kilometer; an jeder zweiten Verpflegungsstelle gab es auch Bananen (z. T. auch Äpfel). Die Verpflegungsstellen waren fast immer auf beiden Straßenseiten und dadurch sehr gut zugänglich. Den Becher musste man sich zwar selbst greifen und die Bananen waren nicht geschält (und manchmal nicht einmal halbiert/portioniert).

Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Man lief auf geteerten Straßen, Kies- und Waldboden und in der Innenstadt ging's auch über Kopfsteinpflaster. Streckenverlauf, -profil und Ausschreibung sowie weitere Informationen fand man übrigens im Internet. Die Strecke ist nicht flach, aber die Steigungen halten sich in Grenzen. Die höchste Erhebung bei Km 9 hat 30 m Höhenunterschied. Die Strecke verläuft im Prinzip auf Rad- und Wanderwegen entlang der Fulda. Man läuft sowohl durch Wald wie auch durch die Innenstadt.

Die Strecke ist etwas kompliziert, war aber sehr gut ausgeschildert und von Polizei und Helfern gesperrt. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer und die Polizei. Leider fanden sich kaum Zuschauer an der Strecke. Gegen Ende der ersten Runde muss man als Marathonläufer aufpassen, dass man das Tempo nicht erhöht, wenn die Halbmarathoni zum "Schlussspurt" ansetzen.

Insgesamt waren knapp 1.100 Läuferinnen und Läufer am Start. An der Halbmarathonmarke bogen aber fast alle (ca. 873) ins Stadion ab, sodass nur noch ein kleiner Rest von ca. 180 die zweite Runde lief. So war ich dann zunächst auch sehr einsam und allein auf weiter Flur. Einiges vor mir sah ich noch einen Läufer und versuchte aufzuschließen, was mir aber nicht gelang. Leider ließ auch das Zuschauerinteresse offensichtlich noch mehr nach und außer den vielen Polizisten und Helfern sah man lediglich in der Innenstadt ein paar Zuschauer. Das lag aber wahrscheinlich auch am Wetter, das mit 16 - 18 °C relativ kühl war. Stellenweise nieselte es sogar.

An den Getränkestellen hatte ich z. T. den Eindruck, dass Becher wiederverwertet wurden, was ich aus hygienischen Gründen bedenklich finde, aber vielleicht irre ich mich auch. Die zweite Runde war für mich sehr anstrengend, da ich Schmerzen an der Achillessehne bekam. Die aufmunternden Worte der Helfer und Mitläufer motivierten mich aber immer wieder und so kam ich doch noch in unter 3,5 Stunden im Ziel im Stadion an und bekam meine Medaille umgehängt.

Im Ziel gab's Wasser und isotonische Getränke sowie Bananen und Äpfel. Leider waren aufgrund eines Rohrbruchs die Duschen in der Umkleide, in der ich mich befand defekt. Da das nirgends stand zogen sich viele Läufer umsonst aus und wieder an und mussten Duschen auf der anderen Seite des Stadions aufsuchen. Ärgerlich, aber nicht vorhersehbar (bis auf die fehlenden Schilder).

Im Stadion kaufte ich mir noch zwei Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee. Außerdem bekam jeder (Halb-)Marathonläufer ein Hochstift-Marathon Bierglas mit einer Füllung. Vor dem Stadion gab's noch gegrillte Würstchen und einen Bierstand. Jetzt ließ sich auch die Sonne ab und zu sehen und es wurde wärmer. Während ich noch mit essen und trinken beschäftigt war, fand die Halbmarathonsiegererhung statt. Die Ergebnisse und Urkunden für den Halbmarathonlauf lagen auch schon aus.

Nachdem ich etwas Kraft getankt hatte, machte ich mich auf den Heimweg. Zum Bahnhof ging ich und hatte so noch einmal Gelegenheit in Ruhe die Fuldaer Innenstadt zu sehen. Auf der Internetseite des Fulda-Marathons konnte man abends bereits die Ergebnisliste für den Marathon abrufen.

Fazit: Die Halbmarathonveranstaltung in Fulda ist jedem zu empfehlen. Der Marathonläufer fühlt sich auf der zweiten Runde doch etwas einsam. Die Organisation war sehr gut.

2. September 2002
Martin Schrode <webmaster @ schrode . net>
http://www.schrode.net/marathon/fulda-marathon.html

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