Erfahrungsbericht LBS-Nikolauslauf

Zunächst einmal vielen Dank an running-pur Online, die mir am 9.12.2001 einen kostenlosen Start beim 26. LBS-Nikolauslauf in Tübingen ermöglichten.

Auf den Internetseiten des Tübinger Nikolauslaufs konnte man sich anmelden, die aktuelle Starterliste einsehen, weitere Informationen (Streckenverlauf, Anfahrt, ...) abrufen und an einem Diskussionsforum (Gästebuch) teilnehmen.

Als Meldeschluss wurde der 16. November angegeben, wenn die maximale Teilnehmerzahl von 800 nicht bereits früher erreicht würde. Von den Veranstaltern bekam ich keine Benachrichtigung, dass der Freistart klappen würde, fand aber meinen Namen auf der Starterliste im Internet. Diese wies am 23.10. bereits 711 und am 29.10. dann 902 Läuferinnen und Läufer auf. Somit war der Lauf bereits Ende Oktober ausgebucht.

Ich hatte mich für den Nikolauslauf nicht besonders vorbereitet. Nach dem Schwäbische Alb-Marathon am 20. Oktober standen erst einmal vier Wochen Regeneration auf dem Programm und so blieben nur knapp drei Wochen Wintertraining vor dem Lauf. Der Halbmarathon sollte mir als kleine Motivation dienen, mit dem Training wieder zu beginnen. Leider war ich dann doch etwas zu faul und die Vorbereitungszeit verkürzte sich auf neun Tage.

Die Strecke besteht aus zwei Runden à 10,549 km und ich hatte vor, mit einem 4,5-Min/km-Schnitt zu laufen und somit in knapp unter 1:35:00 ins Ziel zu kommen.

Der Tübinger Nikolauslauf hat eine lange Tradition und fand dieses Wochenende zum 26. mal statt. Es war von der Parkplatzeinweisung bis zum Aushängen der Ergebnisse eine perfekte Veranstaltung. Doch der Reihe nach.

Als ich morgens um kurz nach 8.30 Uhr in Tübingen ankomme, hat es -2 °C. Die Veranstaltung ist gut ausgeschildert und ich finde den Parkplatz an der Geschwister Scholl Schule ohne Probleme und bekomme einen freier Parkplatz zugewiesen.

Meine Startunterlagen erhalte ich ohne Wartezeit und das Kuvert enthält neben Startnummer, vier Sicherheitsnadeln, einem Gutschein für ein Erfrischungsgetränk auch die aktuelle running-pur Ausgabe. Außerdem sind in der Anmeldegebühr von DM 20 ein Nikolauslauf T-Shirt und ein Schoko-Nikolaus enthalten. Auf einem DIN A4-Blatt findet man in 18 Punkten wichtige Läufer-Informationen zum Tübinger Nikolauslauf 2001 sowie den Strecken- und Lageplan samt Höhenprofil. Erwähnt werden dort auch der Umkleidebus im Start-/Zielbereich, wo man seine «Warmlaufkleider» deponieren kann und das Wertsachendepot in der Sporthalle. Außerdem finden sich Hinweise zur Startaufstellung in zwei Blöcken, die ein sofortiges Entzerren der Läuferschlange gewährleisten soll. Diese Läufer-Information beantwortet wirklich alle Fragen. Schade, dass diese Hinweise nicht auch komplett im Internet stehen.

Die Schule bietet ausreichend Platz und eine entspannte Atmosphäre für die 800 Läuferinnen und Läufer. Sanitären Anlagen sind ausreichend vorhanden.

Der Startbereich ist einen Kilometer von der Schule entfernt und ich nutze den Hinweg um mich warmzulaufen. Dann ordne ich mich in den ersten Startblock ein und der Countdown von 10 beginnt. Der Startschuss fällt und die Läufermasse setzt sich in Bewegung. Nach dem ersten Kilometer hat sich das Feld sortiert und man kann ungestört laufen. Die Strecke ist gut präpariert und ich habe den Eindruck, dass vereiste Stellen aufgehackt wurden um ein problemloses Laufen zu ermöglichen. Die Streckenposten weisen den Weg, klatschen und manche haben auch Kuhglocken dabei.

Die Strecke führt über fein geschotterte Wald- und ca. 2 km asphaltierte Feldwege. Der max. Höhenunterschied beträgt 88 m. Die Summe aller Steigungen beträgt über die Gesamtstrecke 365 m.

Nach der härtesten Steigung bei Km 4 stehen viele Zuschauer und nehmen so diesem Anstieg den Schrecken. An den Zuschauern bei Km 4 kommt man insgesamt viermal vorbei, da die Strecke dort eine Schleife macht. Auch an einigen anderen Stellen stehen Zuschauergruppen und im Start-/Zielbereich bieten die vielen Zuschauer, der Streckensprecher und eine Samba(?)-Band Stimmung pur.

Verpflegungsstellen mit warmem Tee gibt es bei Km 6,5, Km 10,5 und Km 17. Außer Tee gibt es bei Km 10,5 auch ein Sportgetränk aber leider kein Wasser. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist warmer Tee aber vermutlich ohnehin das bevorzugte Getränk der meisten Läuferinnen und Läufer. Die zahlreichen Helfer reichen einem den Tee in Pappbechern.

Die Strecke ist sehr schön und bietet viel Abwechslung. Sie ist aber auch anspruchsvoll und so benötige ich für die ersten 10 Km tatsächlich rund 45 Minuten. Ich bin etwas matt und bei eisiger Temperatur fällt einem das Atmen schwer. Da es aber ein sehr sonniger Tag ist nimmt man die Kälte nicht so wahr; ist sich ihr aber bewusst, wenn man über den gefroren Waldboden läuft.

Nach 1:37:47 erreiche ich als 167. von 785 erfolgreichen Läuferinnen und Läufern das Ziel. Dort gibt es Hefezopf, heißen Tee und warmes Erfrischungsgetränk. Die vielen glückliche Gesichter strahlen mit der Sonne um die Wette. Nach ein paar Dehnübungen laufe ich zurück zur Schule. Umkleidekabine und Duschen sind nicht überfüllt; die warme Dusche ein wahrer Genuss.

In der Schule gibt es neben jeder Menge Kuchen auch belegte Selen, Maultaschen in der Brühe, Saitenwürste und Gemüsereis zu moderaten Preisen. Weniger als 30 Minuten nach meinem Zieleinlauf hängen dort die ersten Ergebnisse aus und auch mein Name befindet sich bereits auf der Liste.

Da ich zuhause zu Mittag essen möchte und nachmittags noch etwas vorhabe, verlasse ich die Veranstaltung vor der auf 13.30 Uhr angesetzten Siegerehrung. Von dem Angebot, die kostenlosen Dusch- und Bademöglichkeiten im Hallenbad Nord, gegenüber der Schule zu nutzen, mache ich keinen Gebrauch. Abends lade ich die Ergebnisliste im PDF-Format herunter.

Fazit: Eine in jeder Hinsicht perfekte Veranstaltung. Hoffentlich kann das Startfeld nächstes Jahr auf mehr als 800 Läufer erweitert werden, damit noch mehr Läuferinnen und Läufer in den Genuss eines der schönsten Winterläufe Deutschlands kommen. Mein Dank an geht an die Schülerinnen und Schüler, die sich trotz der kühlen Temperaturen und der frühen Stunde als Streckenposten gemeldet haben; an die Veranstalter und anderen Helferinnen und Helfer und nicht zuletzt an running-pur Online, die mir den Start erst ermöglicht haben.

10. April 2002
Martin Schrode <webmaster @ schrode . net>
http://www.schrode.net/marathon/nikolauslauf.html

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