Erfahrungsbericht GutsMuths-Rennsteiglauf Supermarathon 2003

31. GutsMuths-Rennsteiglauf am 17. Mai 2003Am Samstag, 17. Mai 2003 findet der 31. GutsMuths-Rennsteiglauf statt, bei dem ich die Supermarathon-Strecke laufen werde. Lt. Streckenausschreibung handelt es sich hierbei um die "Königsstrecke des Rennsteiglaufes". Die Strecke ist brutal: die Starthöhe liegt bei 210 m NN, der höchste Punkt bei 982 m NN. Insgesamt sind 1.490 m Anstieg und 989 m Abstieg zu bewältigen.

Die Stecke ist 1,1 Km kürzer als im Vorjahr und misst "nur" noch 73,2 km. Dies liegt hauptsächlich an der fertig gestellten Fußgängerbrücke über die B247 bei Oberhof, die allein schon 900 m einspart. Vermutlich ist das mit ein Grund, weshalb Isabell(a) Bernhard ihre bisherige Bestzeit aus dem Vorjahr deutlich um 13 Min verbessern konnte und das Ziel bereits nach 05:58:50 h erreichte. Bei den Männern gab's allerdings keine neue Bestzeit: Erster wurde Thomas Miksch in 05:19:02 h.

Im Rahmen des Rennsteiglaufs findet nicht nur der Supermarathon statt, sondern auch ein "normaler" Marathon (43,1 Km), Halbmarathon (21,1 Km), Internationaler Rennsteig-Junior-Cross (je nach Alter 1,4 bis 9 Km), Rennsteig-Special-Cross (für geistig behinderte Menschen; 3,8 Km), sowie fünf Rennsteig-Wanderungen (10, 15, 20, 35 oder 50 Km) drei davon mit "Nordic Walking". Zum Glück unterscheiden sich Start- und Zielorte, sodass es zu keinem Gedränge auf dem Rennsteig kommt.

Informationen zum Rennsteiglauf bekommt man auf den Seiten des mdr. Außerdem gibt es einen Newsletter mit aktuellen Informationen.

Die Anreise nach Eisenach dauert von Frankfurt (Main) im IC weniger als zwei Stunden. Lt. Anmeldekarte gibt es die Startunterlagen im Rathaus. Den Weg zum Stadtzentrum findet man ohne Probleme. Dort sind das Festzelt und die Startunterlagen-Ausgabe ausgeschildert. Die Startnummer und Startunterlagen erhalte ich sofort.

In der Marathon-Tüte findet man die Programm-Zeitung, die man unbedingt lesen sollte, auch um sich später im Ziel besser zurecht zu finden. Außerdem enthalten sind Dusch-Creme, Pflege-Lotion, Brustwarzen(?)-Pflaster, mdr Bilder-Gutschein, BodySun BodyHeater, Viba sportline energy bar (Fruchtriegel) sowie ein LEX-Probeheft.

Jeder Läufer erhält zwei Thüringer Kartoffelklöße, Rotkohl und GeschnetzeltesNach der Startunterlagenausgabe geht's erst mal ins Festzelt, wo die Kloßparty der Thüringer Kloßmanufaktur Heichelheimer stattfindet. Die Läufer erhalten zwei Klöße, Rotkohl und Geschnetzeltes(?). Draußen werden auch Bier und Thüringer Würste verkauft. Drinnen spielt ein Duo mit E-Gitarre und Keyboard.

Ich nehme den Shuttle-Service (EUR 0,80) zum Massenquartier Elisabeth-Gymnasium (EUR 3). Überall ist man herzlich Willkommen und die Schüler verkaufen Getränke und eine Kleinigkeit zu essen. Die Nacht ist kurz und schlaflos. Um 3.30 Uhr höre ich den ersten Wecker. Die Schule bietet ein Frühstück ab 4 Uhr an und um kurz nach fünf fährt wieder ein großer Reisebus zum Startgelände.

Am Startgelände stehen die Post-LKWs zum Abtransport der Kleiderbeutel bereit. Direkt neben dem Start stehen elf Toilettenhäuschen, die sehr gut besucht werden. Auch unmittelbar vor dem Start stehen die Läuferinnen und Läufer noch Schlange. Es ist schrecklich kalt. Zum Glück entdecke ich beim Warmlaufen dass das Festzelt gut besucht und vor allem beheizt ist. :)

ChampionChipAufgrund der viele Nachmeldungen sind die Sicherheitsnadeln ausgegangen und es wird gebeten überschüssige Sicherheitsnadeln abzugeben. Der älteste (82 Jahre) und jüngste (18 Jahre) Läufer, Geburtstagskinder und Ehrenläufer werden beklatscht. Insgesamt sollen es diesmal über 1.500 Läuferinnen und Läufer beim Supermarathon sein. Im Ziel werden 1.204 Männer und 145 Frauen gelistet (lt. championchip.de Ergebnislisten/Altersklassenwertung Rennsteiglauf).

Pünktlich um 6 Uhr fällt der Startschuss und begleitet von Gänsehautmusik, Hubschrauberrotoren und Applaus macht sich die Meute auf die 73,2 Km lange Strecke. Ich habe mich im vorderen Drittel eingereiht und kann von Anfang ohne viel Gedränge und Überholen laufen.

Die erste Steigung kommt kurz nach dem Start und die ersten Läufer gehen. Wenn man bedenkt, dass auf den ersten 25 Km bereits 700 Höhenmeter erklommen werden müssen, ist dies nicht verwunderlich. Die Strecke ist sehr gut ausgeschildert. Jeder fünfte Km ist ausgezeichnet und ich verpasse lediglich das Km 15-Schild. Mein Tempo liegt bei ca. 6 Min/Km, so passiere ich die Schilder im 31-Minuten-Takt.

An den Verpflegungsstellen gab's auch Viba sportsline energy bar (Fruchtriegel).Die Getränke- und Verpflegungsstellen sind sehr gut bestückt und absolut ausreichend ungefähr im 5 Km-Abstand platziert. Es gibt Mineralwasser, Cola, Bionade, Tee, Obst (Äpfel, Bananen, Zitronenschnitze), Schleim (lecker!), Bier, Wurst, Brühe und Viba. Sogar Salz und Schmalzbrot werden angeboten. Aber am besten ist der warme Tee, denn es ist immer noch sehr kalt. Ich trinke bei jeder Gelegenheit und nehme auch fast immer ein Stück Banane oder Viba mit, die ich im Gehen esse.

Die Strecke führt hauptsächlich auf Kies- und Waldboden, es gibt aber auch Treppen bzw. Stufen auf dem Weg nach unten. Es finden sich nur vereinzelt Pfützen, die aber gut umlaufen werden können. Ansonsten ist der Grund fest und angenehm nur ganz zum Schluss geht es noch durch Wiesen und über Wurzeln.

Wenn die Sonne scheint und es windstill ist, läuft es sich angenehm. Leider bläst einem der Wind häufig ins Gesicht und es fängt auch noch an zu regnen. Es regnet und es ist kalt. Meine Brillengläser beschlagen, das Salz rinnt mir in die Augen, ich bin müde und mir ist kalt. Da tut es gut, wenn man warmen Tee bekommt und von den Wanderern auf der Strecke und den Zuschauern unterwegs und an den Verpflegungspunkten applaudiert und aufgemuntert wird.

Außerdem ist der Ausblick phantastisch, wenn man mal wieder einen der harten Brocken ersteigt. Leider bin ich schon ziemlich früh ziemlich platt, was bestimmt auch am Schlafmangel und den kühlen Temperaturen liegt. Dennoch kämpfe ich weiter und laufe ohne Pause. Lediglich an den steilen Anstiegen und um besser essen und trinken zu können, gehe ich.

Bei Km 55 (lt. championchip.de allerdings Km 58, was ich bezweifle) findet eine Zwischenzeitnahme statt und ich konnte mein Tempo 31 Min/5 Km trotz allem halten. Ein Aufhören mit Zeitnahme wäre möglich, kommt für mich dennoch nicht in Frage. Zum Glück ist das Feld ziemlich voll und stark, sodass man immer jemanden findet, an den man sich tempomäßig hängen kann.

Km 70 erreiche ich nach ca. 7 Std und 20 Min und es wundert mich, dass ich das 3,2 Km entferne Ziel erst 24 Min später erreiche, denn gegen Ende hatte ich den Eindruck noch einmal zuzulegen. Dennoch bin ich überglücklich, als ich nach 07:43:50 h durch die jubelnde Zuschauermenge laufe und das Ziel erreiche. Eine hübsche Helferin gratuliert mit Händedruck und übergibt die Medaille, auf der dieses Jahr "Die Schmücke" bei Km 64,2 der Supermarathonstrecke und 912 m über NN abgebildet ist.

Nachdem ich den neuen Streckenrekord bei den Frauen bereits zu Beginn erwähnt habe, möchte ich die nicht minder beachtenswerte Leistung der ältesten Teilnehmer auch noch erwähnen. Werner Sonntag (M75) kam als letzter Supermarathon-Läufer nach 12:14:36 h ins Ziel. Herzlichen Glückwunsch! Hoffentlich schreibt er darüber in runner's world. Glückwunsch auch an Horst Feiler (M80), der das Ziel nach 11:29:22 h erreichte. Außerdem kamen auch drei M70er ins Ziel. Ich finde es toll, dass auch ältere Läufer den "langen Schinken" erfolgreich bewältigen.

Es tröpfelt nur noch und ich gehe geradeaus zur Getränkestelle, dann rechts runter zur "Gepäckwiese". Leider sind mein Rucksack, Jacke und Sweatshirt etwas nass geworden, da ich im Kleiderbeutel nur den Schlafsack und die Iso-Matte hatte.

Die Duschen sind überfüllt, aber wenigstens gibt es noch warmes Wasser. Wahrscheinlich kam kurz vor mir auch das Hauptfeld des Marathon ins Ziel, denn der Marathon startet ja drei Stunden später als der Supermarathon.

Ich freue mich schon die ganze Zeit auf die heiße Suppe für Läufer, aber leider ist sie dieses Jahr anders als in den beiden Vorjahren. Die Brühe ist gut, aber ich hatte sie noch voller (mehr Gemüse) in Erinnerung. Ich nehme noch zwei Äpfelschnitze und hole mir ein Köstritzer "Siegerbier" ohne warten zu müssen.

Auf das Finisher-Shirt verzichte ich, da es dort wie auch bei der Suppen-Ausgabe, dem Urkunden-Druck und dem MDR-(Foto)-Zelt lange Schlangen gibt. Es gibt dieses Jahr sogar die Möglichkeit, die Medaille mit Namen gravieren zu lassen, was mich aber nicht anspricht. Leider kann ich auch dieses Jahr nicht an der legendären Abschlussparty teilnehmen, die ab 18.00 Uhr im Schmiedefelder Festzelt stattfindet.

Traditionell fährt uns der Bus nach Neuhausen vor der Nase weg und es kommen vier Busse nach Oberhof, bevor nach zehn Minuten der nächste Bus nach Neuhausen hält. Alles drängelt sich rein und so verbringen viele die rund einstündigen Fahrt stehend.

Fazit

Vielleicht könnte man das Zielgebiet noch etwas besser beschildern, sodass Gepäckwiese, Duschen, Suppe, ... nicht gesucht werden müssen. Es gab dieses Jahr etliche Warteschlangen vor den verschiedenen Ständen im Ziel, vielleicht kann das noch besser gelöst werden.

Aber auch so zähle ich den Rennsteiglauf zu den schönsten und am besten organisierten Läufen. Jede Läuferin und jeder Läufer sollte mindestens einmal in Eisenach starten und den Supermarathon finishen! Es ist anstrengend, aber auch wunderschön.

Abschließend möchte ich mich noch bei den Veranstaltern, den vielen Helferinnen und Helfern, Schülerinnen und Schüler, dem tollen Publikum und running-pur Online bedanken.

19. Mai 2003
Martin Schrode <webmaster @ schrode . net>
http://www.schrode.net/marathon/rennsteig-super-2003.html

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